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Kieler Nachrichten: Reykjavik.de

Kieler Nachrichten, 22. Mai 2007


Klirrende Töne aus Island




Kiel – Neue Werke hauptsächlich isländischer Komponisten waren
im Konzertsaal des Kulturforums zu hören, und zwar im Rahmen einer
bis nach Reykjavík führenden Konzertreise. Manuel Nawri leitete das
Berliner Ensemble adapter. Neben den Werken der Isländer war mit
Mitt Mál auch eines von Asmus Trautsch zu hören, des jungen, Kieler
Komponisten: Das zweisätzige Werk, für die Besetzung Flöte, Klarinette,
Harfe, Klavier und Percussion geschrieben, führte am konsequentesten
eine sinfonische Entwicklung vor.

 Die Palette reichte über den brutal
klirrenden, von immer wiederkehrenden Staccatoattacken vorangetriebenen
ersten Satz bis zu einem stets erneut aufbrechenden Zwitterzustand aus
Elegie und Stillstand. Am weitesten von Trautschs Ansatz entfernt wirkte
Kmatim (Falten) des israelischen Komponisten Yoav Pasovsky. Er wagte
sich weit in klangliche Bereiche vor, forderte dabei vor allem die Flöte, die
man ernüchtert meditativ nennen könnte. Weit entfernt von solcher sinfonisch
anmutenden, das Ensemble als Gesamtklangkörper ausschöpfenden Struktur,
war David Brynjar Franzsons Stück The Rules of Irrelevance, bei dem es auf
eine radikale Isolierung und Vereinzelung der instrumentalen Charaktere
ankam. Besser gefiel jedoch A von Ingi Gardar Erlendsson, ein verqueres
Werk, das auf der Basis eines jazznahen, rumpelnden Beats des Schlagzeugs
und des Klaviers dahin wuchert, bis es die anvisierten, lang ausgehaltenen
Flötentöne erreicht.
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