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DenkKlänge - für Walter Benjamin Zwei Ufer hat der Fluss 2 – Řeka má dva břehy KafkaSkop Variations Sérieuses Durs Grünbein in Musik Berliner Zeitung, 28. Januar 2006

Durs Grünbein in Musik




Lesung und Musik zu Durs Grünbeins Gedichten


Durs Grünbein hat sich immer wieder mit dem Verhältnis der Künste auseinandergesetzt. Vor allem seine visuelle Imagination verbindet sich oft mit einer poetischen Reflexion visueller Wahrnehmungen und bildnerischer Artefakte. Nachdem im letzten Jahr die Oper Berenice von Johannes Maria Staud nach einem Libretto von Durs Grünbein uraufgeführt wurde, greifen nun junge Komponisten aus Berlin mit rein instrumentalen Stücken sein lyrisches Werk auf. Auf je individuelle Weise nehmen die Kompositionen auf die Verse Bezug – als Kommentar, als poetische Resonanz und Transformation der Sinn- und Klangebenen der lyrischen Sprache Durs Grünbeins in das Medium, das der Dichtung von jeher am nächsten ist. Poesie und Musik sind nicht nur am Anfang der europäischen Kulturgeschichte in der mousiké der Griechen vereinigt, auch nach ihrer Ausdifferenzierung seit der Antike formen und verdichten beide Künste, mehr als jede andere Kunstform, im artikulierten Klang die Zeit. Sie ist die innere Form der Anschauung, die jede Erfahrung notwendig prägt. Dichtung und Musik aber verbrüdern sich derart mit ihr, dass sie selbst im ästhetischen Prozess erfahrbar wird und ihre Aura der unbezwingbaren Macht – zeitweise – verliert. Im besten Fall, getragen von Vers oder Klang, im Gefühl der eigenen Lebendigkeit.


Projektleitung: Tom Rojo Poller und Asmus Trautsch
Design: Florian Schmidt